
Warum Ihre Mandanten das DATEV-Portal nicht nutzen — und was hilft
Dennis Hartmann
Lesezeit ca. 7 Minuten / veröffentlicht am
Ihre Mandanten nutzen das DATEV-Portal nicht, weil es für die Kanzlei gebaut wurde und nicht für sie. Registrierung über die Kanzlei, bei jedem Login ein QR-Scan, mehrere getrennte Module, keine durchgängige App — für jemanden, der nur schnell einen Beleg abgeben will, ist das zu viel. Was dagegen hilft, ist unspektakulär: ein Zugang, mobil, mit einem erkennbaren Vorteil für den Mandanten.
Das Muster kennt fast jede Kanzlei. Zugang eingerichtet, Mandant informiert — und die Belege kommen trotzdem per E-Mail, im Schuhkarton oder gar nicht. Der Reflex, das dem Mandanten anzukreiden („die wollen halt nicht"), führt in die Irre. Die Portale sind entlang der Bedürfnisse der Kanzlei entstanden, nicht entlang des Alltags eines Unternehmers, der abends um zehn die letzte Rechnung des Monats abfotografieren will. Genau da liegt das Problem.
Woran Sie merken, dass das Portal nicht genutzt wird
Das Tückische ist: Die Nicht-Nutzung fällt oft gar nicht auf. Ein paar verlässliche Anzeichen:
- Sie sehen es schlicht nicht. Bei Meine Steuern lässt sich nicht zuverlässig nachvollziehen, wer das Portal überhaupt öffnet. Sie merken die Nicht-Nutzung erst, wenn der Beleg ausbleibt.
- Die Belege nehmen andere Wege. Zugang eingerichtet, und trotzdem kommt die Unterlage als E-Mail-Anhang, als WhatsApp-Foto oder auf Papier. Den Kanal gibt es auf dem Papier, nicht in der Praxis.
- Einmal ausprobiert, dann liegen gelassen. Der Mandant testet die Anmeldung, scheitert an irgendeiner Hürde und ist zurück beim gewohnten Weg.
- „Wie komme ich da noch mal rein?" Diese eine Frage, mehrmals im Jahr, ist ein zuverlässiges Signal, dass der Login zu kompliziert ist.
Kommt Ihnen das bekannt vor, ist das kein Motivationsproblem des Mandanten, sondern ein Bedienproblem.
Die drei Gründe
1. Login- und Onboarding-Reibung
Der Weg ins Portal ist die erste und höchste Hürde. Bei SmartLogin läuft die Registrierung anfangs über einen Brief per Post, danach folgt bei jedem Login ein QR-Scan, nach rund 30 Minuten Inaktivität wird man abgemeldet, und jede Installation hängt an einem bestimmten Gerät. Die Alternativen kosten extra: SmartCard plus Kartenleser für je etwa 25 Euro oder ein mIDentity-Stick für rund 50 Euro — zusätzliche Hardware, die jemand verwalten muss. Dazu ist der Ablauf spürbar auf Windows zugeschnitten; auf dem Mac ist die Nutzung bestenfalls zweite Wahl. Für einen Mandanten, der einfach nur einen Beleg loswerden will, ist jeder dieser Schritte ein Grund, es sein zu lassen. Reibung ist der zuverlässigste Nutzungskiller, den es gibt.
2. Fragmentierte, komplexe Oberfläche
DATEV ist kein einzelnes Portal, sondern ein Verbund: Unternehmen online für die Firmenbelege, Meine Steuern für die private Einkommensteuer, MyDATEV Kommunikation für Nachrichten und Aufgaben, Arbeitnehmer online für Lohnthemen — zusammengehalten vom MyDATEV Portal und ein paar Zusatz-Apps. Fachlich ergibt diese Trennung Sinn, aus Sicht der Kanzlei. Der Mandant sieht davon nur: verschiedene Einstiege, verschiedene Logins, verschiedene Logiken. Wer eine einzige Sache erledigen will, muss erst herausfinden, wo. Daher kommt der Satz „DATEV ist zu kompliziert für Mandanten" — er zielt nicht auf den Steuerinhalt, sondern auf die Navigation.
3. Kein spürbarer Nutzen — Mobile als Nachgedanke
Der dritte Grund ist der leiseste. Für den Mandanten springt oft kein eigener Vorteil heraus: Er lädt Belege hoch, damit die Kanzlei arbeiten kann — was er selbst davon hat, bleibt vage. Dazu kommt das Thema Smartphone. Eine einheitliche, native App über alle Bereiche hinweg gibt es nicht; Arbeitnehmer online etwa läuft rein im Browser. Der Alltag der Mandanten findet aber auf dem Handy statt. Wo das Mobile ein Nachgedanke bleibt und der eigene Nutzen unklar ist, entsteht keine Gewohnheit. Und ohne Gewohnheit keine Nutzung.
Was wirklich hilft
Die gute Nachricht: Adoption ist machbar. Man muss nur an den richtigen Stellen ansetzen.
- Einfachheit vor Funktionsfülle. Es gewinnt nicht das Portal mit den meisten Funktionen, sondern das mit der niedrigsten Hürde. Jeder Klick, den Sie streichen, erhöht die Nutzung.
- Ein Login, per E-Mail-Einladung. Der Mandant klickt auf einen Link und ist drin. Kein Brief, kein QR-Scan bei jedem Öffnen, keine Zusatzhardware.
- Mobil zuerst, nicht nebenbei. Eine App mit Kamera-Scan und Push-Erinnerung trifft den Ort, an dem der Beleg entsteht. Abfotografiert ist er, bevor eine E-Mail überhaupt geschrieben wäre.
- Den Nutzen zeigen. Sagen Sie dem Mandanten, was für ihn drin ist: alles an einem Ort, klare Fristen, keine Sucherei, schnelle Antwort. Wer den Vorteil spürt, bleibt dabei.
- Mandat für Mandat statt Stichtag für alle. Fangen Sie dort an, wo der Leidensdruck am größten ist, und weiten Sie es von dort aus. Wie das ohne Reibungsverluste läuft, beschreibt der Beitrag zum Einführen eines Mandantenportals.
Wo Taxaro passt
Taxaro ist genau als dieser einfache Vor-Kanal gebaut — die Mandanten-App und das Portal für kleine Kanzleien, das DATEV ergänzt, statt es zu ersetzen. Der Mandant bekommt eine E-Mail-Einladung, öffnet die App und fotografiert seine Belege ab. Kein Registrierungsbrief, kein QR-Scan bei jedem Login. Nachrichten sind so einfach wie eine WhatsApp, nur verschlüsselt und pro Mandat sortiert; Belege und Aufgaben liegen in Vorgängen mit Checkliste und Fälligkeit, an die Taxaro von selbst per E-Mail und Push erinnert.
Damit die Einordnung fair bleibt: Taxaro rechnet keine Steuererklärung und bucht nichts — die fachliche Arbeit bleibt in Ihrer DATEV-Umgebung. Taxaro ist die Schicht davor, über die der Mandant zuverlässig liefert; weiterverarbeitet wird danach auf Ihrer gewohnten Strecke. Wie dieses Nebeneinander konkret aussieht, steht im Beitrag zum Mandantenportal neben DATEV, die technische Seite in der Übersicht zur DATEV-Schnittstelle. Wer gezielt den privaten oder den betrieblichen Belegweg betrachten will, findet das in den Beiträgen zur Alternative für DATEV Meine Steuern und zur Alternative für DATEV Unternehmen online. Und wer erst einmal die Optionen für ein kleines Team sortieren möchte, im Überblick zum besten Mandantenportal für kleine Kanzleien.
Häufige Fragen
Warum nutzen meine Mandanten das DATEV-Portal nicht? Weil die DATEV-Portale für die Kanzlei gebaut sind, nicht für den Mandanten. Registrierung über die Kanzlei, bei jedem Login ein QR-Scan, mehrere getrennte Module und keine durchgängige App machen den Zugang zu aufwendig. Der Mandant weicht deshalb auf E-Mail oder Papier aus.
Ist DATEV zu kompliziert für Mandanten? Für die Kanzlei ist DATEV mächtig und sinnvoll. Für den Mandanten ist der Zugang oft zu komplex: verteilte Module wie Unternehmen online, Meine Steuern und Arbeitnehmer online, dazu die SmartLogin-Anmeldung. Überfordert ist nicht das Steuer-Know-how, sondern die Bedienung und der Login-Weg.
Wie bekomme ich Mandanten dazu, ein Portal zu nutzen? Senken Sie die Hürde, so weit es geht: ein Zugang per E-Mail-Einladung, eine App mit Kamera-Scan und Push, ein sichtbarer Vorteil für den Mandanten und die Einführung Mandat für Mandat statt für alle auf einmal. Je einfacher der Weg, desto höher die Nutzung.
Fazit
- Mandanten nutzen das DATEV-Portal selten aus Unwillen, sondern weil es entlang der Kanzlei-Bedürfnisse gebaut ist, nicht entlang ihres Alltags.
- Die geringe Nutzung bleibt oft unsichtbar: Belege kommen weiter per E-Mail oder Papier, und bei Meine Steuern sieht die Kanzlei die Nicht-Nutzung nicht.
- Die drei Kernbremsen sind Login-Reibung (SmartLogin), fragmentierte Module und ein fehlender, mobil erlebbarer Nutzen.
- Was hilft, ist Einfachheit: ein Login per E-Mail, eine mobile App und die schrittweise Einführung.
- Werkzeuge wie Taxaro liefern genau diesen einfachen Vor-Kanal — als Ergänzung zu DATEV, nicht als Ersatz Ihrer Kanzleisoftware.
Aus der Praxis
Wissen ist gut. Umsetzung ist besser.
Taxaro bringt Abstimmung und Belegaustausch mit Ihren Mandanten geordnet in den Kanzleialltag – ohne E-Mail-Chaos und ohne Schulungsaufwand.
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