Mandantenportal neben DATEV: Lohnt sich das für kleine Kanzleien?

Mandantenportal neben DATEV: Lohnt sich das für kleine Kanzleien?

Julia Müller

Julia Müller

Lesezeit ca. 7 Minuten / veröffentlicht am

Ein Mandantenportal neben DATEV lohnt sich für kleine Kanzleien immer dann, wenn die eigenen Mandanten die DATEV-Portale nicht wirklich nutzen. DATEV ist für die Verarbeitung in der Kanzlei stark, aber für die Kanzlei gebaut — nicht für den Mandanten. Ein einfacher zweiter Kanal davor holt Belege pünktlich und vollständig herein, DATEV verarbeitet sie weiter.

Die Frage „brauche ich ein eigenes Portal, obwohl ich DATEV habe?" ist berechtigt — niemand will doppelt zahlen oder Mandanten mit zwei Systemen verwirren. Die ehrliche Antwort hängt nicht an DATEV, sondern an Ihren Mandanten: Nutzen sie die vorhandenen Portale? Daran entscheidet sich, wann DATEV allein reicht, wann ein Vor-Kanal sinnvoll ist und wie beides sauber zusammenspielt.

Wann die DATEV-Portale allein reichen — und wann nicht

DATEV ist kein einzelnes „Mandantenportal", sondern ein Verbund mehrerer Bausteine: Unternehmen online (DUO) für Firmenbelege, Meine Steuern für die private Einkommensteuer, MyDATEV Kommunikation für Nachrichten und Aufgaben und Arbeitnehmer online für Lohndaten — erreichbar über das MyDATEV Portal sowie die Apps Upload mobil und SmartLogin. Diese Bausteine sind leistungsfähig und etabliert.

Der Haken liegt nicht in der Technik, sondern in der Adoption. Die Portale sind aus Sicht der Kanzlei gedacht: Bei Meine Steuern sieht die Kanzlei nicht einmal, welche Mandanten es tatsächlich verwenden, und bei DUO laden viele Unternehmer nur Belege hoch, ohne den Rest zu nutzen. Dazu kommt Anmelde-Reibung — der SmartLogin verlangt einen Registrierungsbrief per Post, danach einen QR-Scan bei jedem Login und meldet nach 30 Minuten automatisch ab. Für einen technikaffinen Mandanten ist das machbar, für die breite Masse eine Hürde. Warum das im Detail so ist, lesen Sie in den Beiträgen zur Alternative zu DATEV Meine Steuern und zur Alternative zu DATEV Unternehmen online.

Der Adoptions-Test in einem Satz: Fragen Sie sich, wie viele Ihrer Mandanten in den letzten vier Wochen selbstständig etwas über ein DATEV-Portal geliefert haben. Ist die Antwort „die meisten", reicht DATEV. Ist sie „eine Handvoll, der Rest schickt weiter E-Mails, WhatsApp und Papier", fehlt ein Kanal, den Mandanten tatsächlich benutzen.

Ergänzen statt ersetzen: die Rollenverteilung

Ein zweites Portal neben DATEV ist kein Widerspruch, wenn die Rollen klar sind. Es geht nicht darum, DATEV abzulösen — das wäre für eine kleine Kanzlei weder sinnvoll noch nötig.

  • Der einfache Mandanten-Kanal (das Vor-Portal): Hier liefern Mandanten Belege, stellen Fragen und werden an Fristen erinnert. Die Priorität ist maximale Einfachheit — so einfach wie eine WhatsApp-Nachricht, damit es wirklich genutzt wird.
  • DATEV (das Verarbeitungs-Backend): Hier findet die eigentliche Arbeit statt — Buchführung, Jahresabschluss, Steuererklärung, Lohn. Die Kanzlei übernimmt die eingegangenen Belege aus dem Vor-Kanal in DATEV.

Die Übergabe zwischen beiden ist der entscheidende Punkt: Belege kommen strukturiert und vollständig herein und lassen sich sauber in die DATEV-Welt überführen. Wie eine solche Anbindung aussieht, zeigt die Seite zur DATEV-Schnittstelle. Der Mandant merkt von dieser Zweiteilung nichts — er sieht nur seinen einen, einfachen Kanal.

Rechenbeispiel: Wann sich der zweite Kanal rechnet

Rechnen wir es an einem einfachen, illustrativen Beispiel durch (die Zahlen sind Annahmen, keine Messwerte). Eine Kanzlei betreut 40 laufende Mandate. Pro Mandat und Monat gehen im Schnitt rund 10 Minuten für das Hinterherlaufen, Sortieren und Umbenennen von Belegen drauf — Nachfass-E-Mails, Telefonate, das Zusammensuchen von Anhängen. Das sind 400 Minuten, also gut 6,5 Stunden im Monat, allein für Beleg-Organisation.

Angenommen, ein mandantenfreundlicher Vor-Kanal mit automatischen Erinnerungen und Beleg-Scan halbiert diesen Aufwand — konservativ gerechnet. Das spart rund 3 Stunden im Monat. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 80 € entspricht das etwa 240 € eingesparter Arbeitszeit pro Monat. Dem stehen die Kosten eines einfachen Portals gegenüber, die typischerweise deutlich darunter liegen (die konkreten Preise finden Sie unter Preise). Selbst mit vorsichtigen Annahmen trägt sich der zweite Kanal also über die gesparte Zeit — vom vermiedenen Fristenstress und den vollständigeren Belegen ganz abgesehen. Ausführlicher zum Thema zu spät gelieferter Belege: Mandanten liefern Belege zu spät.

Wo Taxaro passt

Taxaro ist genau als dieser einfache Vor-Kanal gedacht — die Mandanten-App und das Mandantenportal für kleine Kanzleien (1–9 Personen), die bestehende Software wie DATEV oder Agenda ergänzt statt ersetzt. Mandanten liefern Belege per Handykamera-Scan, kommunizieren über verschlüsselte, pro Mandat sortierte Nachrichten und werden von Taxaro automatisch an Fristen erinnert. Die Kanzlei übernimmt die Unterlagen anschließend in DATEV zur Verarbeitung.

Der Einstieg ist bewusst risikoarm: Einführung Mandat für Mandat, 30 Tage kostenlos, kein Lock-in dank Export als ZIP/CSV und Nachrichtenverlauf. Taxaro ist die Kommunikations- und Belegaustausch-Schicht vor DATEV — nicht dessen Ersatz. Für wen sich das besonders lohnt, ordnet der Beitrag zum besten Mandantenportal für kleine Kanzleien ein.

Für wen sich der zweite Kanal (noch) nicht lohnt: Wenn Ihre Mandanten die DATEV-Portale bereits zuverlässig nutzen und Belege pünktlich und strukturiert eingehen, brauchen Sie keinen zweiten Kanal. Das Portal löst ein Adoptions-Problem — wo es keines gibt, entsteht kein Mehrwert.

Häufige Fragen

Reicht das DATEV-Portal für die Mandantenkommunikation? Für die kanzleiinterne Verarbeitung reichen die DATEV-Portale gut. Für die Mandantenkommunikation hängt es davon ab, ob Ihre Mandanten sie tatsächlich nutzen. Viele Angebote sind für die Kanzlei gebaut, nicht für den Mandanten, und werden deshalb wenig genutzt. Wenn Ihre Mandanten das DATEV-Portal meiden, reicht es für die Kommunikation nicht aus.

Kann ich Taxaro und DATEV parallel nutzen? Ja. Taxaro ersetzt DATEV nicht, sondern ergänzt es als einfacher Mandanten-Kanal davor. Mandanten liefern Belege und stellen Fragen über Taxaro, die Kanzlei übernimmt die Unterlagen in DATEV zur Verarbeitung. Beide Systeme laufen parallel, jedes für die Aufgabe, für die es gebaut ist.

Doppelt gemoppelt — verwirrt das Mandanten? Nein, im Gegenteil. Der Mandant sieht nur einen einzigen, einfachen Kanal und muss sich nicht mit der Kanzleisoftware auseinandersetzen. Die Komplexität von DATEV bleibt auf Ihrer Seite. Für den Mandanten wird es dadurch einfacher, nicht komplizierter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ob sich ein Portal neben DATEV lohnt, entscheidet nicht DATEV, sondern die Adoption durch Ihre Mandanten.
  • DATEV ist für die Verarbeitung gebaut, nicht für den Mandanten — nutzen die Mandanten die Portale nicht, fehlt ein Kanal, den sie akzeptieren.
  • Sinnvolle Rollenverteilung: einfacher Vor-Kanal für Belege und Kommunikation, DATEV als Verarbeitungs-Backend.
  • Schon bei vorsichtigen Annahmen trägt sich ein zweiter Kanal über die gesparte Beleg-Organisationszeit.
  • Taxaro ist genau dieser einfache Vor-Kanal — ergänzt DATEV, wird Mandat für Mandat eingeführt und ist ohne Lock-in wieder exportierbar.

Aus der Praxis

Wissen ist gut. Umsetzung ist besser.

Taxaro bringt Abstimmung und Belegaustausch mit Ihren Mandanten geordnet in den Kanzleialltag – ohne E-Mail-Chaos und ohne Schulungsaufwand.

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