
Steuerberater werden: Ausbildung, Fachkräftemangel und Zukunftschancen
Julia Müller
Lesezeit ca. 11 Minuten / veröffentlicht am
Übersicht
Der Weg zum Steuerberater bietet aktuell außergewöhnlich gute Perspektiven. Während der deutsche Ausbildungsmarkt mit dramatischen Problemen kämpft – 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung – entwickelt sich die Steuerberatung zum Hoffnungsträger für Nachwuchskräfte. Der DGB-Ausbildungsreport 2025 zeigt: Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten gehört zu den fünf am besten bewerteten Ausbildungsberufen Deutschlands.
Diese positive Entwicklung öffnet Türen für alle, die eine Karriere in der Steuerberatung anstreben. Der anhaltende Fachkräftemangel, die Digitalisierung der Branche und die stetig wachsende Komplexität des Steuerrechts schaffen exzellente Zukunftschancen für gut ausgebildete Steuerexperten.
Der Beruf des Steuerberaters vereint fachliche Herausforderungen mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten und bietet verschiedene Karrierewege – von der klassischen Kanzlei über die Unternehmensberatung bis hin zur Selbstständigkeit. Dabei stehen mehrere Ausbildungswege offen, die je nach individueller Ausgangssituation gewählt werden können.
Die verschiedenen Wege zum Steuerberater
Klassischer Weg: Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten
Der bewährteste Einstieg in die Steuerberatung führt über die dreijährige Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. Diese Ausbildung hat sich laut DGB-Ausbildungsreport 2025 deutlich verbessert und erreicht nun Platz 5 von 25 untersuchten Berufen. Bei der fachlichen Qualität belegt sie sogar Platz 6 – ein Beleg für die hohe Ausbildungsqualität in modernen Steuerkanzleien.
Die Ausbildung kombiniert theoretisches Wissen in der Berufsschule mit praktischer Erfahrung in Steuerkanzleien. Auszubildende lernen alle Bereiche der Steuerberatung kennen: von der Finanzbuchhaltung über Lohnbuchhaltung bis hin zu Jahresabschlüssen und Steuerberatung. Der strukturierte Durchlauf verschiedener Abteilungen gewährleistet eine umfassende Grundausbildung.
Nach erfolgreichem Abschluss stehen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Der Weg zum Steuerberater führt über eine zehnjährige praktische Tätigkeit oder verkürzt über den Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirt oder ein Studium. Diese Flexibilität macht die Ausbildung besonders attraktiv für unterschiedliche Lebenspläne.
Studienweg: BWL, Jura oder spezialisierte Studiengänge
Akademiker können über verschiedene Studienwege in die Steuerberatung einsteigen. Besonders geeignet sind betriebswirtschaftliche Studiengänge mit Schwerpunkt Steuerlehre, Rechtswissenschaften oder spezialisierte Steuerrecht-Studiengänge. Diese Wege verkürzen die erforderliche praktische Tätigkeit erheblich.
Nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium sind nur zwei Jahre praktische Tätigkeit erforderlich, um zur Steuerberaterprüfung zugelassen zu werden. Juristen benötigen ebenfalls nur zwei Jahre Praxis. Dabei ist wichtig, dass die praktische Tätigkeit in steuerberatenden Berufen absolviert wird – idealerweise in einer Steuerberaterkanzlei.
Interessant ist der Trend zu dualen Studiengängen, die Theorie und Praxis optimal verknüpfen. Viele Hochschulen bieten mittlerweile spezialisierte Programme in Kooperation mit Steuerkanzleien an. Diese Absolventen bringen sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrungen mit und sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt.
Quereinstieg: Neue Chancen durch Fachkräftemangel
Der dramatische Fachkräftemangel in der Steuerberatung eröffnet auch Quereinsteigern interessante Möglichkeiten. Besonders Menschen mit kaufmännischer Erfahrung, Buchhaltern oder Absolventen verwandter Berufe finden oft den Einstieg in die Steuerberatung.
Für Quereinsteiger gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten: von berufsbegleitenden Kursen über Umschulungen bis hin zu spezialisierten Zertifikatsprogrammen. Viele Steuerkanzleien bieten mittlerweile eigene Einarbeitungsprogramme für berufserfahrene Seiteneinsteiger an.
Die Digitalisierung der Branche erleichtert den Quereinstieg zusätzlich. IT-Kenntnisse und Erfahrungen mit digitalen Geschäftsprozessen sind heute ebenso wertvoll wie klassische Steuerkenntnisse. Quereinsteiger mit entsprechender Expertise können oft schnell verantwortungsvolle Positionen übernehmen.
Aktuelle Ausbildungssituation und Qualität
Dramatische Verbesserung der Ausbildungsqualität
Die Ausbildung zum/zur Steuerfachangestellten hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Der Aufstieg auf Platz 5 im DGB-Ranking zeigt, dass die Steuerberatungsbranche erfolgreich in die Ausbildungsqualität investiert hat. Diese Verbesserung basiert auf verschiedenen Faktoren, die die Attraktivität des Berufs erheblich steigern.
Besonders positiv entwickelt hat sich die fachliche Qualität der Ausbildung im Betrieb (Platz 6). Dies deutet darauf hin, dass Steuerkanzleien strukturierte Ausbildungspläne entwickelt, qualifizierte Ausbilder eingesetzt und ausbildungsfremde Tätigkeiten reduziert haben. Die systematische Betreuung durch kompetente Ausbilder ist heute Standard in modernen Kanzleien.
Die Digitalisierung trägt ebenfalls zur Qualitätsverbesserung bei. Moderne Software-Tools ermöglichen individuellere Ausbildungswege und bessere Dokumentation der Lernfortschritte. Gleichzeitig werden Auszubildende früh mit den digitalen Werkzeugen vertraut, die ihr späteres Berufsleben prägen werden.
Überdurchschnittliche Übernahmechancen
Ein entscheidender Vorteil der Steuerberater-Ausbildung sind die exzellenten Übernahmeperspektiven. 74 Prozent der Auszubildenden mit Übernahmeperspektive erhalten unbefristete Angebote – ein überdurchschnittlich hoher Wert. Dies spiegelt den akuten Fachkräftemangel wider und zeigt, dass Kanzleien ihre Auszubildenden als langfristige Investition betrachten.
Viele Steuerkanzleien geben bereits während der Ausbildung Übernahmezusagen, um ihre Nachwuchskräfte zu binden. Diese Planungssicherheit ist besonders wertvoll in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und macht die Ausbildung für junge Menschen besonders attraktiv.
Die Übernahme erfolgt oft mit deutlichen Gehaltssprüngen und klaren Entwicklungsperspektiven. Viele Kanzleien unterstützen ihre ehemaligen Auszubildenden bei weiteren Qualifikationen wie dem Bilanzbuchhalter oder Steuerfachwirt und finanzieren sogar die Steuerberaterprüfung.
Herausforderungen bei der Finanzierung
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die finanzielle Situation während der Ausbildung herausfordernd. 62,8 Prozent aller Auszubildenden können von ihrer Ausbildungsvergütung nicht selbstständig leben – ein Anteil, der seit 2020 um fast 6 Prozentpunkte gestiegen ist. Für angehende Steuerfachangestellte ist dies besonders relevant, da sie oft in teuren Ballungsräumen ausgebildet werden.
Viele Steuerkanzleien haben auf diese Herausforderung reagiert und bieten überdurchschnittliche Ausbildungsvergütungen. Die Gehälter liegen oft deutlich über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung und werden regelmäßig an die Lebenshaltungskosten angepasst. Zusätzliche Benefits wie Fahrkostenzuschüsse oder Übernahme von Lehrmitteln sind weit verbreitet.
Fachkräftemangel als Karrierechance
Dramatische Zahlen zum Ausbildungsmarkt
Die Lage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt ist alarmierend: Nur noch 18,8 Prozent aller Betriebe bilden aus – ein neuer Tiefststand. Gleichzeitig bleiben 12,8 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt. Diese Passungsprobleme treffen auch die Steuerberatung, schaffen aber gleichzeitig außergewöhnliche Chancen für Interessenten.
Fast jeder fünfte junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese 2,9 Millionen Menschen fehlen dem Arbeitsmarkt als qualifizierte Fachkräfte. Für die Steuerberatung, die auf gut ausgebildete Spezialisten angewiesen ist, verstärkt dies den bereits bestehenden Fachkräftemangel erheblich.
Die Ausbildungsabbrüche haben einen Rekordstand erreicht: Drei von zehn Auszubildenden lösen ihren Vertrag vorzeitig auf. In der Steuerberatung sind die Abbruchquoten jedoch deutlich niedriger, was die verbesserte Ausbildungsqualität unterstreicht und die Chancen für alle Beteiligten erhöht.
Regionale Unterschiede und Chancen
Der Fachkräftemangel in der Steuerberatung variiert regional erheblich. Ballungsräume wie München, Frankfurt oder Hamburg haben besonders große Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Dies führt zu überdurchschnittlichen Gehältern und attraktiven Zusatzleistungen für Berufseinsteiger.
Ländliche Regionen bieten ebenfalls interessante Perspektiven. Hier sind die Lebenshaltungskosten niedriger, während die Nachfrage nach Steuerberatern durch die vielen mittelständischen Unternehmen hoch bleibt. Junge Steuerberater können hier oft schneller Führungsverantwortung übernehmen und sich selbstständig machen.
Die Digitalisierung relativiert geografische Nachteile zunehmend. Moderne Steuerkanzleien arbeiten teilweise vollständig digital und können Mandanten deutschlandweit betreuen. Dies eröffnet neue Geschäftsmodelle und Karrierewege, die früher undenkbar waren.
Spezialisierungsmöglichkeiten durch Fachkräftemangel
Der Mangel an qualifizierten Steuerberatern führt zu attraktiven Spezialisierungsmöglichkeiten. Bereiche wie Digitalisierung der Steuerberatung, Compliance, internationale Besteuerung oder Nachhaltigkeit bieten besonders gute Karrierechancen. Bereits während der Ausbildung können Schwerpunkte gesetzt werden.
Steuerberater mit IT-Kenntnissen sind besonders gefragt. Die Implementierung digitaler Lösungen, die Beratung bei der Digitalisierung von Unternehmen oder die Entwicklung steuerlicher Software bieten lukrative Nischenmärkte. Diese Kombination aus Steuer- und IT-Wissen ist am Markt sehr selten und entsprechend gut bezahlt.
Auch internationale Steuerberatung gewinnt an Bedeutung. Mit der Globalisierung benötigen immer mehr Unternehmen Beratung bei grenzüberschreitenden Sachverhalten. Steuerberater mit Fremdsprachenkenntnissen und internationaler Erfahrung haben exzellente Karriereaussichten.
Zukunftschancen und Perspektiven
Digitalisierung als Wachstumstreiber
Die Digitalisierung verändert die Steuerberatung fundamental und schafft neue Geschäftsmöglichkeiten. Automatisierte Buchhaltung, KI-gestützte Steueroptimierung und digitale Mandantenportale revolutionieren die Branche. Steuerberater, die diese Entwicklung aktiv mitgestalten, haben hervorragende Zukunftsperspektiven.
Routine-Tätigkeiten werden zunehmend automatisiert, was Raum für hochwertige Beratungsleistungen schafft. Moderne Steuerberater werden zu strategischen Partnern ihrer Mandanten und beraten bei komplexen Gestaltungen, Unternehmensplanung und Compliance. Diese Entwicklung wertet den Beruf auf und führt zu steigenden Honoraren.
Die Digitalisierung erfordert jedoch kontinuierliche Weiterbildung. Steuerberater müssen neue Technologien verstehen und ihren Mandanten bei der digitalen Transformation helfen. Diese Herausforderung ist gleichzeitig eine Chance für technikaffine Nachwuchskräfte, die mit digitalen Lösungen aufgewachsen sind.
Neue Geschäftsmodelle und Märkte
Die Steuerberatung entwickelt neue Geschäftsmodelle, die über die klassische Beratung hinausgehen. Digitale Kanzleien betreuen Mandanten ausschließlich online, spezialisierte Boutique-Kanzleien fokussieren sich auf Nischenbereiche, und große Beratungsgesellschaften expandieren in angrenzende Bereiche.
Start-ups und Gründer benötigen spezialisierte steuerliche Beratung, die sich von der traditionellen Mittelstandsbetreuung unterscheidet. Hier entstehen neue Märkte für junge Steuerberater, die agil und innovativ arbeiten. Auch die Beratung von Influencern, E-Commerce-Unternehmen oder Kryptowährungs-Investoren erfordert spezielles Know-how.
Nachhaltigkeit und ESG-Berichterstattung werden zunehmend wichtiger. Steuerberater, die sich in diesen Bereichen spezialisieren, erschließen wachsende Märkte. Die EU-Taxonomie, CO2-Bilanzierung und nachhaltige Unternehmensführung schaffen neue Beratungsfelder mit hohem Wachstumspotenzial.
Einkommensperspektiven und Karrieremöglichkeiten
Die Verdienstmöglichkeiten in der Steuerberatung sind attraktiv und steigen durch den Fachkräftemangel weiter. Berufseinsteiger können mit einem Jahresgehalt zwischen 35.000 und 45.000 Euro rechnen, erfahrene Steuerfachangestellte verdienen 45.000 bis 60.000 Euro. Nach der Steuerberaterprüfung steigen die Gehälter deutlich.
Angestellte Steuerberater verdienen je nach Region und Spezialisierung zwischen 60.000 und 120.000 Euro jährlich. In Führungspositionen oder bei internationalen Beratungsgesellschaften sind auch sechsstellige Gehälter möglich. Die Selbstständigkeit bietet zusätzliche Verdienstpotenziale, erfordert aber unternehmerisches Geschick.
Die Karrierewege sind vielfältig: vom Spezialisten in einer Großkanzlei über den Partner in einer mittelständischen Kanzlei bis hin zum selbstständigen Steuerberater mit eigener Praxis. Auch Wechsel in die Wirtschaft sind möglich – als Steuerleiter, Compliance Officer oder CFO in Unternehmen.
Praktische Schritte zum Steuerberater
Ausbildungsplatz finden: Strategien und Tipps
Die Suche nach einem Ausbildungsplatz zum/zur Steuerfachangestellten erfordert eine strategische Herangehensweise. 49,7 Prozent aller Auszubildenden erhalten Unterstützung von Familie und Freunden – persönliche Kontakte sind also wichtig. Gleichzeitig nutzen 32,9 Prozent Webseiten im Internet für ihre Suche.
Praktika sind besonders wertvoll: 27,2 Prozent finden durch Praktika zu ihrem Ausbildungsplatz. Steuerkanzleien bieten oft zweiwöchige Praktika an, die einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag vermitteln. Diese Erfahrungen helfen bei der Berufswahl und verbessern die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erheblich.
Die Bewerbung sollte sorgfältig vorbereitet werden. 45,6 Prozent der Auszubildenden nutzen E-Mail-Bewerbungen, 30,6 Prozent Online-Formulare. Wichtig ist eine professionelle Darstellung der Motivation für die Steuerberatung und der persönlichen Stärken. Gute Noten in Mathematik, Deutsch und Wirtschaft sind vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich.
Weiterbildung und Prüfungsvorbereitung
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen. Der Bilanzbuchhalter (IHK) ist oft der erste Schritt und kann berufsbegleitend absolviert werden. Diese Qualifikation verkürzt die erforderliche praktische Tätigkeit für die Steuerberaterprüfung auf sechs Jahre.
Der Steuerfachwirt ist eine weitere attraktive Option, die speziell auf die Steuerberatung ausgerichtet ist. Diese Fortbildung dauert etwa zwei Jahre und kann ebenfalls berufsbegleitend absolviert werden. Steuerfachwirte haben gute Karrierechancen und können sich nach drei Jahren praktischer Tätigkeit zur Steuerberaterprüfung anmelden.
Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der schwierigsten Berufsprüfungen Deutschlands. Die Durchfallquote liegt bei etwa 50 Prozent, was aber auch die hohe Wertigkeit der Qualifikation unterstreicht. Eine gründliche Vorbereitung über 12 bis 18 Monate ist empfehlenswert, oft unterstützt durch spezialisierte Kurse oder Fernlehrgänge.
Networking und Berufseinstieg
Der Aufbau eines professionellen Netzwerks ist in der Steuerberatung besonders wichtig. Bereits während der Ausbildung sollten Kontakte zu anderen Kanzleien, Mandanten und Kollegen geknüpft werden. Fachveranstaltungen, Fortbildungen und Berufsverbände bieten gute Networking-Möglichkeiten.
Die Mitgliedschaft in Berufsverbänden wie dem Deutschen Steuerberaterverband oder regionalen Steuerberaterkammern ermöglicht den Zugang zu Fachinformationen und Kontakten. Auch Online-Plattformen wie XING oder LinkedIn gewinnen in der Steuerberatung an Bedeutung.
Der Berufseinstieg nach der Ausbildung sollte strategisch geplant werden. Verschiedene Kanzleigrößen bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile: Große Kanzleien haben strukturierte Fortbildungsprogramme, kleine Kanzleien bieten schneller Verantwortung. Die Wahl sollte zu den persönlichen Karrierezielen passen.
Herausforderungen und Risiken
Work-Life-Balance und Arbeitsbelastung
Die Steuerberatung ist bekannt für intensive Arbeitszeiten, besonders während der Abschlusssaison und Steuererklärungsfristen. Diese Arbeitsbelastung kann die Work-Life-Balance beeinträchtigen und erfordert ein gutes Stressmanagement. Moderne Kanzleien arbeiten jedoch an flexibleren Arbeitsmodellen.
Die Digitalisierung hilft dabei, Arbeitszeiten zu flexibilisieren. Home-Office, flexible Arbeitszeiten und digitale Workflows ermöglichen es zunehmend, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Viele junge Steuerberater schätzen diese Möglichkeiten und wählen ihre Arbeitgeber entsprechend aus.
Burnout-Prävention wird in der Branche zunehmend ernst genommen. Fortbildungen zum Stressmanagement, betriebliche Gesundheitsförderung und klare Grenzen bei Überstunden sind in modernen Kanzleien Standard. Die Sensibilität für diese Themen ist besonders bei jüngeren Inhabern hoch.
Kontinuierliche Weiterbildung als Notwendigkeit
Das Steuerrecht ändert sich kontinuierlich, was lebenslange Weiterbildung erfordert. Neue Gesetze, Rechtsprechung und Verwaltungsanweisungen müssen ständig verfolgt werden. Diese Anforderung kann belastend sein, bietet aber auch die Chance, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die Digitalisierung verstärkt den Weiterbildungsbedarf zusätzlich. Neue Software, digitale Prozesse und technologische Entwicklungen erfordern ständiges Lernen. Steuerberater müssen heute sowohl Steuer- als auch IT-Experten sein.
Viele Kanzleien unterstützen ihre Mitarbeiter bei der Weiterbildung durch Freistellungen, Kostenübernahme und interne Schulungen. Diese Investitionen zahlen sich durch bessere Beratungsqualität und höhere Mitarbeiterzufriedenheit aus.
Haftungsrisiken und Verantwortung
Steuerberater tragen hohe Verantwortung für ihre Mandanten und haften für Beratungsfehler. Eine Berufshaftpflichtversicherung ist daher obligatorisch und Teil der Berufskosten. Diese Verantwortung erfordert sorgfältiges Arbeiten und kontinuierliche Fortbildung.
Die Komplexität des Steuerrechts und die hohen Haftungsrisiken können belastend sein. Gerade Berufseinsteiger müssen lernen, mit dieser Verantwortung umzugehen. Mentoring-Programme und strukturierte Einarbeitungen helfen dabei, Sicherheit zu gewinnen.
Andererseits bringt die hohe Verantwortung auch Wertschätzung und entsprechende Vergütung mit sich. Steuerberater genießen hohes gesellschaftliches Ansehen und werden als wichtige Berater für Unternehmen und Privatpersonen geschätzt.
Zusammenfassung
Der Weg zum Steuerberater bietet außergewöhnlich gute Perspektiven. Die dramatische Verbesserung der Ausbildungsqualität – mit Platz 5 im DGB-Ranking für Steuerfachangestellte – zeigt, dass die Branche erfolgreich in ihre Zukunft investiert. Gleichzeitig schaffen der akute Fachkräftemangel und die Digitalisierung neue Karrierechancen.
Verschiedene Ausbildungswege stehen offen: von der klassischen dreijährigen Ausbildung über spezialisierte Studiengänge bis hin zum Quereinstieg. Allen gemeinsam sind exzellente Übernahmechancen, überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten und vielfältige Spezialisierungsoptionen. Die 74 Prozent unbefristeten Übernahmeangebote unterstreichen die Attraktivität der Branche.
Die Herausforderungen sind real: kontinuierliche Weiterbildung, hohe Arbeitsbelastung in Spitzenzeiten und große Verantwortung prägen den Beruf. Moderne Kanzleien entwickeln jedoch Lösungen für bessere Work-Life-Balance und unterstützen ihre Mitarbeiter bei der persönlichen Entwicklung.
Wer eine Karriere in der Steuerberatung anstrebt, sollte jetzt handeln. Die Kombination aus verbesserter Ausbildungsqualität, dramatischem Fachkräftemangel und digitalen Innovationen schafft ein einmaliges Zeitfenster für den Berufseinstieg. Die Investition in eine fundierte Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung zahlt sich in dieser Branche besonders aus.
Der Steuerberater von morgen ist digitaler Innovator, strategischer Berater und Compliance-Experte in einem. Diese Vielseitigkeit macht den Beruf spannend und zukunftssicher. Wer bereit ist, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und Verantwortung zu übernehmen, findet in der Steuerberatung eine Karriere mit exzellenten Perspektiven.
