Die E-Rechnung in der Steuerberatung: Vorteile und Umsetzung

Die E-Rechnung in der Steuerberatung: Vorteile und Umsetzung

Julia Müller

Julia Müller

Überblick

Die Digitalisierung der Rechnungsstellung schreitet unaufhaltsam voran und bringt für Steuerberater und deren Mandanten neue Herausforderungen und Chancen mit sich. Insbesondere die E-Rechnung wird immer stärker gefordert und bietet Vorteile in puncto Effizienz und Nachverfolgbarkeit. Doch wie funktioniert die E-Rechnung in der Praxis, welche Standards gibt es und was sollten Steuerberater beachten?

Was ist eine E-Rechnung?

Eine E-Rechnung ist eine elektronische Rechnung, die nicht nur digital versendet, sondern auch in einem strukturierten Datenformat vorliegt, sodass sie automatisiert weiterverarbeitet werden kann. Hierbei wird häufig das XML-Format genutzt, da es maschinenlesbar ist und den Anforderungen vieler Unternehmen und Behörden gerecht wird. Es gibt verschiedene Formate für die E-Rechnung, darunter:

  • ZUGFeRD: Ein hybrides Format, das sowohl eine visuelle als auch eine maschinenlesbare Komponente enthält.
  • XRechnung: Ein XML-basiertes Format, das vor allem im öffentlichen Sektor in Deutschland verwendet wird.

Für Steuerberater liegt der Vorteil in der leichteren Nachverfolgbarkeit und Automatisierung von Buchhaltungsprozessen. E-Rechnungen lassen sich ohne Medienbruch direkt in die Finanzbuchhaltung integrieren und sparen somit Zeit und Ressourcen.

Vorteile der E-Rechnung für Steuerberater

Die Einführung der E-Rechnung bietet Steuerberatern zahlreiche Vorteile, von denen sowohl sie selbst als auch ihre Mandanten profitieren können:

  • Zeitersparnis: Durch den Wegfall der manuellen Erfassung von Rechnungen kann die Buchhaltung schneller abgeschlossen werden.
  • Fehlerreduktion: Da die Daten direkt in Buchhaltungssysteme übertragbar sind, sinkt die Fehleranfälligkeit erheblich.
  • Rechtssicherheit: Die E-Rechnung erfüllt alle rechtlichen Anforderungen und sorgt für eine sichere Aufbewahrung und Archivierung von Rechnungen.

Zudem werden Steuerberater in vielen Fällen bereits durch Mandanten mit dem Thema konfrontiert, da zunehmend mehr Unternehmen auf elektronische Rechnungen umsteigen. Hier gilt es, den Mandanten Unterstützung und Beratung bei der Umsetzung anzubieten.

Herausforderungen bei der Einführung der E-Rechnung

Trotz der offensichtlichen Vorteile ist die Umstellung auf E-Rechnungen nicht ohne Herausforderungen:

  • Technische Implementierung: Gerade kleinere Kanzleien stehen häufig vor der Aufgabe, die geeigneten Softwarelösungen auszuwählen und in die bestehende Infrastruktur zu integrieren.
  • Schulung: Mitarbeiter müssen im Umgang mit den neuen Formaten geschult werden. Dies betrifft sowohl das Lesen und Prüfen von Rechnungen als auch den Einsatz der entsprechenden Software.
  • Kompatibilität: Unterschiedliche Standards wie ZUGFeRD und XRechnung erfordern, dass Steuerberater flexibel auf die verschiedenen Formate reagieren können.

Steuerberater sollten sich intensiv mit den rechtlichen Vorgaben und technischen Möglichkeiten auseinandersetzen, um für ihre Mandanten eine optimale Lösung bieten zu können.

Praktische Tipps für den Einstieg in die E-Rechnung

Für eine reibungslose Einführung der E-Rechnung gibt es einige hilfreiche Schritte, die Steuerberater beachten sollten:

  1. Mandanten aufklären: Informieren Sie Ihre Mandanten frühzeitig über die Vorteile und Pflichten, die mit der Einführung der E-Rechnung einhergehen.
  2. Software auswählen: Setzen Sie auf bewährte Softwarelösungen, die sich leicht in bestehende Prozesse integrieren lassen. Achten Sie auf die Kompatibilität mit gängigen Formaten wie ZUGFeRD und XRechnung.
  3. Schulungen durchführen: Schulen Sie Ihr Team im Umgang mit den neuen digitalen Prozessen und Formaten.
  4. Rechtliche Anforderungen prüfen: Stellen Sie sicher, dass die gewählte Software und die Abläufe den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, insbesondere in Bezug auf Archivierung und Datenschutz.

Fazit

Die E-Rechnung ist ein wesentlicher Baustein der fortschreitenden Digitalisierung und bietet Steuerberatern und ihren Mandanten viele Vorteile. Zeitersparnis, weniger Fehler und höhere Rechtssicherheit sind nur einige der Gründe, warum Steuerberater das Thema aktiv angehen sollten. Gleichzeitig erfordert die Umstellung auf E-Rechnungen technisches Wissen und eine gute Vorbereitung. Mit den richtigen Maßnahmen können Steuerberater ihre Prozesse effizienter gestalten und ihren Mandanten einen echten Mehrwert bieten.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung. Trotz sorgfältiger Erstellung kann keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität des Inhalts übernommen werden. Für konkrete Anwendungsfälle wenden Sie sich bitte an Ihre Steuerberaterin oder Ihren Steuerberater.