
Kryptowährungen versteuern: Alle wichtigen Regelungen für 2025

Julia Müller
Steuerliche Einordnung von Kryptowährungen
Kryptowährungen werden steuerrechtlich als "sonstige Wirtschaftsgüter" eingestuft und nicht als klassische Währungen oder Kapitalanlagen behandelt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Besteuerung: Anders als bei Aktien oder Investmentfonds fällt keine Abgeltungsteuer an, stattdessen unterliegen Gewinne dem persönlichen Einkommensteuersatz. Die Verantwortung für die korrekte Versteuerung liegt dabei vollständig beim Anleger.
Private Veräußerungsgeschäfte
Spekulationsfrist und Freigrenze
Für Kryptowährungen gilt eine Spekulationsfrist von einem Jahr. Werden die digitalen Assets länger als 365 Tage gehalten, bleiben Veräußerungsgewinne steuerfrei. Innerhalb der Spekulationsfrist erzielte Gewinne sind hingegen steuerpflichtig, sobald sie die Freigrenze von 600 Euro pro Jahr übersteigen. Diese Freigrenze gilt allerdings für alle privaten Veräußerungsgeschäfte gemeinsam, nicht nur für Kryptowährungen. Wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Gewinn zu versteuern.
FIFO-Methode und Gewinnermittlung
Für die Berechnung des steuerpflichtigen Gewinns wird in Deutschland die "First-in-first-out"-Methode (FIFO) angewendet. Dies bedeutet, dass bei mehreren Käufen die zuerst erworbenen Einheiten als zuerst verkauft gelten. Für eine korrekte Gewinnermittlung ist daher eine präzise Dokumentation aller Transaktionen unerlässlich. Die alternative "Last-in-first-out"-Methode (LIFO) wird von den Finanzbehörden nicht akzeptiert. Es empfiehlt sich, separate Wallets für Lang- und Kurzzeitbestände zu führen.
Gewerblicher Handel mit Kryptowährungen
Die Abgrenzung zwischen privater und gewerblicher Handelstätigkeit ist nicht immer eindeutig. Ein gewerblicher Handel wird vom Finanzamt angenommen, wenn die Aktivitäten den Rahmen der privaten Vermögensverwaltung übersteigen. Indizien dafür sind beispielsweise das Auftreten wie ein Händler, das Handeln auf fremde Rechnung oder das Vorhalten einer geschäftlichen Infrastruktur. Bei gewerblichem Handel entfällt die Spekulationsfrist, und es fallen zusätzlich Gewerbesteuer sowie weitere unternehmerische Pflichten an.
Verlustverrechnung und Besonderheiten
Verluste aus Krypto-Geschäften können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnet werden. Nicht ausgeglichene Verluste lassen sich in künftige Jahre vortragen oder auf das Vorjahr zurückübertragen. Wichtig zu beachten: Verluste durch Diebstahl oder Hackerangriffe gelten nicht als Veräußerungsgeschäfte und können daher nicht steuerlich geltend gemacht werden. Auch beim Mining gelten besondere Regelungen, da dies grundsätzlich als gewerbliche Tätigkeit eingestuft wird.
Zusammenfassung
Die Versteuerung von Kryptowährungen erfordert sorgfältige Dokumentation und genaue Kenntnis der steuerlichen Regelungen. Die Einhaltung der Spekulationsfrist von einem Jahr sowie die korrekte Anwendung der FIFO-Methode sind dabei zentrale Elemente. Anleger sollten ihre Handelsstrategie unter Berücksichtigung der steuerlichen Aspekte planen und im Zweifelsfall professionelle Beratung in Anspruch nehmen. Die zunehmende Bedeutung von Kryptowährungen hat auch die Finanzverwaltung zu klaren Regelungen veranlasst, wodurch mehr Rechtssicherheit für Anleger geschaffen wurde.