Firmendepot: Betriebliches Wertpapierdepot optimal nutzen

Firmendepot: Betriebliches Wertpapierdepot optimal nutzen

Julia Müller

Julia Müller

Das Firmendepot im Überblick

Ein Firmendepot ist ein speziell auf Unternehmen zugeschnittenes Wertpapierdepot zur Verwaltung und Vermehrung betrieblichen Vermögens. Anders als private Depots wird es auf den Namen des Unternehmens eröffnet und ermöglicht die renditeorientierte Anlage von Betriebsvermögen. Besonders in Zeiten niedriger Zinsen bietet ein Firmendepot die Chance, freie Liquidität gewinnbringend zu investieren und dabei von speziellen steuerlichen Vorteilen zu profitieren.

Firmendepots für verschiedene Rechtsformen

Einzelunternehmen und Personengesellschaften

Bei Personenunternehmen richtet sich die steuerliche Behandlung nach der Art der gehaltenen Wertpapiere. Diese können entweder notwendiges Betriebsvermögen sein, wenn sie wesentlich für die Betriebsführung sind, oder gewillkürtes Betriebsvermögen, wenn sie der Stärkung des Betriebskapitals dienen. Gewinne aus Wertpapieren gelten als betriebliche Kapitalerträge und sind zu 40% steuerfrei. Die maximale Steuerbelastung liegt damit bei etwa 27%.

Kapitalgesellschaften und Steuerprivilegien

Besonders attraktiv ist das Firmendepot für Kapitalgesellschaften wie GmbHs. Durch § 8b KStG werden Veräußerungsgewinne und Dividenden zu 95% steuerfrei gestellt. Effektiv fallen damit nur 0,75% Körperschaftsteuer auf Dividendenerträge an. Bei Veräußerungsgewinnen gilt diese Begünstigung allerdings nur bei Beteiligungen von mindestens 10%. Die Gewerbesteuerfreiheit greift unter bestimmten Voraussetzungen bei Beteiligungen ab 15%.

Firmendepot in der Holding-Struktur

Ein Firmendepot lässt sich optimal in eine bestehende Holding-Struktur integrieren. Während die Holding-Gesellschaft von den operativen Tochtergesellschaften Gewinnausschüttungen erhält, kann sie parallel dazu im Firmendepot weitere Investments tätigen. Die steuerlichen Vorteile des § 8b KStG kommen dabei auch hier zum Tragen. Gewinne können so mit minimaler Steuerbelastung reinvestiert werden, während bei Privatanlegern 25% Kapitalertragsteuer anfallen würden.

Zusammenfassung

Ein Firmendepot bietet Unternehmen die Möglichkeit, freie Liquidität steueroptimiert in Wertpapiere zu investieren. Die konkreten Vorteile hängen dabei von der jeweiligen Rechtsform ab, wobei besonders Kapitalgesellschaften von weitreichenden Steuerprivilegien profitieren. Trotz der Vorteile sollten Investments im Firmendepot, wie auch bei Privatanlegern, nur mit Geldbeträgen erfolgen, die nicht für das operative Geschäft benötigt werden. Eine sorgfältige Abwägung der Chancen und Risiken sowie die Berücksichtigung von Depotführungsgebühren sind dabei unerlässlich.

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