
Betriebliche Gesundheitsförderung: Steuerliche Vorteile clever nutzen
Julia Müller
Lesezeit ca. 2 Minuten / veröffentlicht am
Steuerliche Vorteile durch Gesundheitsförderung nutzen
Betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt nicht nur bei großen Unternehmen an Bedeutung, sondern auch für Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen. Doch viele wissen nicht, dass sie durch steuerfreie Leistungen im Bereich Gesundheit sparen können. Dieser Beitrag zeigt, welche Maßnahmen steuerfrei gestellt werden können und worauf geachtet werden sollte.
Welche Gesundheitsmaßnahmen sind steuerfrei?
Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bietet das Steuerrecht attraktive Möglichkeiten, Mitarbeiter mit steuerfreien Leistungen zu unterstützen. Seit 2009 können Unternehmen ihren Mitarbeitern pro Jahr bis zu 600 Euro für gesundheitsfördernde Maßnahmen steuerfrei gewähren. Diese Förderung gilt jedoch nur für Maßnahmen, die den Anforderungen des § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) entsprechen.
Beispiele steuerfreier Gesundheitsmaßnahmen
Zu den anerkannten Maßnahmen gehören unter anderem:
- Bewegungsprogramme wie Rückenkurse oder Yoga
- Ernährungsberatung
- Stressmanagement und Entspannungskurse
- Maßnahmen zur Raucherentwöhnung
Wichtig ist, dass diese Angebote von qualifizierten Anbietern durchgeführt werden. Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass die Maßnahmen den Anforderungen entsprechen, um den steuerfreien Betrag nutzen zu können.
Abgrenzung zu anderen Leistungen
Nicht alle Gesundheitsleistungen sind automatisch steuerfrei. Kosten für Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder reine Wellness-Angebote wie Massagen sind in der Regel nicht steuerlich begünstigt, es sei denn, sie sind Teil eines betrieblichen Präventionsprogramms und werden entsprechend als gesundheitsfördernd anerkannt.
Voraussetzungen für Steuerfreiheit
Damit die Kosten für Gesundheitsförderung steuerfrei bleiben, müssen Arbeitgeber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zu den wichtigsten Bedingungen gehören:
- Die Maßnahme muss der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands der Arbeitnehmer dienen.
- Die Maßnahme muss extern geprüft und zertifiziert sein, z. B. durch die Krankenkassen oder qualifizierte Anbieter.
- Die steuerfreie Förderung darf 600 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr nicht übersteigen.
Diese Punkte sollten genau dokumentiert werden, um im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt eine klare Nachweisführung zu ermöglichen.
Warum Steuerfreiheit für Unternehmen attraktiv ist
Für Unternehmen lohnt es sich, in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren. Neben den positiven Effekten auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer und die Arbeitsatmosphäre kann der finanzielle Vorteil durch steuerfreie Gesundheitsmaßnahmen ein zusätzlicher Anreiz sein. Betriebliche Gesundheitsförderung stärkt nicht nur das Betriebsklima, sondern senkt langfristig auch die Kosten durch weniger Krankentage und höhere Produktivität.
Fazit
Betriebliche Gesundheitsförderung bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern viele Vorteile. Besonders durch die Steuerfreiheit von bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter können Unternehmen nicht nur die Gesundheit ihrer Belegschaft fördern, sondern gleichzeitig steuerlich profitieren. Wichtig ist jedoch, dass die Maßnahmen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und richtig dokumentiert werden.
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